Nicht kaputt machen – Freie Schulen in Sachsen
Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Großeltern und Freunde von 726 Freien Schulen in Sachsen wehren sich gegen die ungleiche Behandlung durch die Sächsische Staatsregierung.
Warum wir bei „Nicht kaputt machen“ mitmachen
Als freie Schule in Sachsen sind wir von den geplanten Kürzungen direkt betroffen. Deshalb zeigen wir gemeinsam mit vielen anderen freien Schulen Haltung: Freie Schulen dürfen nicht kaputtgespart werden. Mit unserem Engagement machen wir deutlich, dass es nicht um Sonderrechte geht, sondern um Gleichwertigkeit, Verlässlichkeit und faire Rahmenbedingungen.
Worum geht es?
Freie Schulen sind in Sachsen ein fester Bestandteil der Bildungslandschaft. Wir übernehmen Bildungsaufgaben für viele Kinder und Jugendliche und tragen zur Vielfalt schulischer Profile bei. Umso größer ist unsere Sorge, dass einseitige Kürzungen unsere Arbeit erheblich erschweren.
Für uns ist klar: Freie Schulen sind kein Randthema, sondern ein gleichwertiger Teil des Bildungswesens. Wenn ihre Finanzierung geschwächt wird, hat das direkte Folgen für Schulalltag, Personal, Angebote und Planungssicherheit.
Die Hintergründe in Kürze
- 1989: Menschen in der DDR demonstrieren für Freiheit – ausdrücklich auch für Freiheit in Bildung und die Wahl der Schule.
- 1992: Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem staatlichen Schulmonopol werden Freie Schulen in der Sächsischen Landesverfassung gleichgestellt (Artikel 102).
- 2013–2015: Der Sächsische Verfassungsgerichtshof betont in seinem Urteil vom 15.11.2013 die Gleichwertigkeit von Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Das mündet 2015 in das Sächsische Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft (SächsFrTrSchulG).
- 2026: Die Staatsregierung beschließt einseitige Kürzungen bei Freien Schulen – entgegen dem Geist der Verfassung und den Werten der friedlichen Revolution.
- 2027/28: Im Zusammenhang mit dem Haushaltbegleitgesetzentwurf 2027/28 liegt die Entscheidung nun bei den Abgeordneten des Sächsischen Landtages.
Warum betrifft uns das unmittelbar?
Wir spüren schon heute, was politische Entscheidungen für Schulen in freier Trägerschaft bedeuten können. Wenn Mittel gekürzt werden, betrifft das nicht abstrakte Strukturen, sondern ganz konkret unsere Schülerinnen und Schüler, unsere Familien, unsere Lehrkräfte und unseren Schulalltag.
Schule gelingt, wenn Verlässlichkeit da ist: für Kinder, Familien und Mitarbeitende. Kürzungen gefährden genau diese Verlässlichkeit. Sie erschweren langfristige Planung, setzen gewachsene Strukturen unter Druck und schwächen die Bildungsvielfalt in Sachsen.
Deshalb schließen wir uns dem Protest nicht nur aus Solidarität an, sondern auch aus eigener Betroffenheit. Wir setzen uns für Bedingungen ein, unter denen wir unsere pädagogische Arbeit weiterhin gut und verantwortungsvoll leisten können.
Was können wir tun?
Jetzt ist der Moment, aufmerksam zu bleiben und aktiv zu werden. Wer unsere Anliegen unterstützen möchte, kann sich informieren, das Gespräch suchen, Abgeordnete ansprechen und sich an Aktionen beteiligen.
Unser Ziel ist klar: Bildung in Sachsen stärken – und Freie Schulen als gleichwertigen Teil davon erhalten.
